
Warum die Rezepte vegan sind
Ich lebe seit einigen Monaten selbst vegan. Das ist kein Trend und keine Ernährungsform, sondern eine moralische Entscheidung. Ich wollte nicht länger Teil eines Systems sein, das ich für falsch halte.
Worum es geht
Jeden Tag werden Tiere ausgebeutet und getötet. Die Begründungen dafür kenne ich alle: „Es schmeckt halt gut.“ „Das war schon immer so.“ Für mich rechtfertigt keine davon, was dahintersteht.
Kühe werden künstlich geschwängert, damit sie Milch geben. Ihre Kälber werden ihnen kurz nach der Geburt weggenommen. In der Mast leben Tiere auf engstem Raum, ohne Auslauf und ohne Liebe. Aus purer Langeweile beißen sie sich gegenseitig, woraufhin Schwänze und Schnäbel gekürzt werden. Ansttatt die Haltung zu ändern, wird ein Tier verändert.
Das ist keine Ausnahme und kein Skandal einzelner konventioneller Betriebe. Das ist der Normalzustand, und er ist legal.
Speziesismus
Wir haben entschieden, dass manche Tiere Haustiere sind und andere Lebensmittel. Ein Hund bekommt einen Namen, ein Schwein eine Nummer. Dabei ist ein Schwein nachweislich oft intelligenter und so sozial wie ein Hund.
Diese Trennung nennt man Speziesismus: die Bewertung eines Lebewesens allein nach seiner Art. Ich halte sie für genauso falsch, wie die Bewertung von Menschen nach Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Glauben.
Doppelmoral
Wir leben in einer Gesellschaft, die vieles richtig sieht. Fast alle sind für Menschenrechte, für Gleichberechtigung, gegen Krieg, für Umweltschutz.
Und gleichzeitig:
Der Großteil des weltweit angebauten Sojas landet nicht auf unseren Tellern, sondern im Futter von Tieren. Dafür verschwindet regenwald. Die Tierhaltung zählt außerdem zu den größten Einzelposten bei den Treibhausgasen im Ernährungssystem. Laut der FAO rund 12 Prozent aller menschengemachten Emissionen. Pflanzliches Protein direkt zu essen spart also den Umweg durch ein Lebewesen
Wir verdrängen einfach. Steak, Schnitzel, Nuggets. Das sind Wörter, die verschleiern, dass da eine Kuh war, ein Schwein, ein Huhn. Tiere werden behandelt wie Maschinen und Produktionsstätten. Und Werte, die die meisten Menschen sonst vertreten, werden für den eigenen Genuss beiseitegeschoben.
Ich frage mich ehrlich: Wie kann man das genießen, wenn man weiß, was es war?
Vegetarisch alleine reicht noch nicht
Das sage ich nicht von oben herab. Ich war selbst anderthalb Jahre Vegetarierin und dachte, ich hätte damit meinen Beitrag geleistet.
Habe ich nicht. Für Milch muss eine Kuh immer wieder geschwängert werden und immer wieder ihr Kalb verlieren. Männliche Küken sind für die Eierproduktion nutzlos und werden meist getötet oder gemästet. Wer Milch und Eier isst, finanziert dieselbe Industrie – nur mit einem Umweg.
Der Verzicht auf Fleisch war für mich ein Anfang und war wichtig für mein Verständnis. Aber zuerst braucht es die Grundhaltung, und die heißt: Tiere sind keine Ware.
Warum diese Seite
Meine Rezepte sind vegan, weil das ein kleiner Beitrag ist. Für die Tiere, für die Umwelt, und ehrlich gesagt auch für mich selbst.
Jeder Tag, an dem kein Tier für mich ausgebeutet wird, ist ein besserer Tag.
Was Du tun kannst
Informier Dich. Lies etwas zu dem Thema, schau Dir an, was in Schlachthöfen passiert, und entscheide dann selbst. Ich glaube, die meisten Menschen sind nicht grausam. Sie schauen nur nicht hin und verdrängen für den eigenen Genuss.
Und wenn Du erstmal nur ausprobieren willst, ob veganes Essen schmeckt: Genau dafür sind die Rezepte auf dieser Seite da.
Eine einfache Frage
Ist mein Geschmack wichtiger als das Leben eines anderen Lebewesens? Für mich ist die Antwort nein. Fünfzehn Minuten Genuss beim Essen gegen ein ganzes Leben. Das geht für mich nicht. Und wer diese Frage mit ja beantwortet, sollte wenigstens den Mut haben, es genauso auszusprechen: Mein kurzer Genuss ist mir wichtiger als das Leben eines anderen Lebewesens.
